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Fassadenbegrünung fürs Mikroklima

Der Hans-Böckler-Platz 7/9 hat eine wechselvolle Geschichte erlebt: Errichtet in den 70er Jahren als Teil eines Innenstadt-nahen Quartiers mit 5 Hochhäusern und einem Einkaufzentrum; urbanes Wohnen mit herrlichem Ausblick. Wie in vielen anderen Städten entwickelt sich diese einst so hoch gelobte Wohnform im Laufe der Jahre zu einem sozialen Brennpunkt, das schlechte Image hat hohe Leerstände zur Folge.

SWB entwickelt in den Jahren 2002/3 für das Gebäude mit seinen ursprünglich 224 ein umfassendes Vermarktungskonzept. Neben der Neugestaltung des Eingangsbereiches, stellen ein vor Ort eingerichtetes Vermietungsbüro, ein für die Mieter unentgeltliches Conciergesystem sowie Gästezimmer im Haus Schwerpunkte des Gesamtkonzeptes dar. Die Präsenz der Mitarbeiter vor Ort, eine Videoüberwachung der Aufzüge und Allgemeinbereiche sowie eine Kooperation mit der Polizei steigern bei den Mietern das Gefühl von Sicherheit. Etage für Etage werden Aufzugsvorräume, Flure und Wohnungen zeitgemäß, teilweise sogar barrierefrei, ausgestattet. Zudem erhält das Gebäude in den Folgejahren ein digitales Schließsystem inkl. Betrieb der Waschanlagen, die Freizeitanlage wird  umfassend aufgewertet.

Diese Maßnahmen und eine gezielte Belegungspolitik haben eine Vollvermietung des gerade bei der älteren Generation beliebten Objektes zur Folge.

Im Rahmen ihrer Investitionsplanung hat SWB die Sanierung der Fassaden in Angriff genommen. Dabei wurde schnell deutlich, dass zukunftsorientiert nur eine ganzheitliche Betrachtung, die neben dem Abbau weiterer Barrieren vor allem energetische und klimaschonende Maßnahmen einbezieht, in Frage kommen kann. Die geplante Inanspruch-nahme des Förderprogramms des Landes NRW sichert zudem die langfristige Bezahlbarkeit der Wohnungen im Objekt.

Eine weitere Zielsetzung im Fokus der Verantwortlichen: die verbrauchsabhängigen Be-triebskosten zu reduzieren. 

  • Daher sehen die geplanten Maßnahmen vor:
  • Badsanierung: Barrierearme Bäder mit bodengleicher Dusche
  • Erneuerung der Heizkörper 
  • Barrierefreier Balkonzugang
  • Einbau neuer Fenster und Türen
  • Barrierefreie Video-Gegensprechanlage
  • Energetische Sanierung der Fassade
  • Photovoltaik-Anlage zur Reduzierung der Allgemeinstromkosten (Aufzüge, Beleuchtung, TGA) sowie Einführung von Mieterstrom
  • Wärmerückgewinnung
  • Regenwasserrückgewinnung
  • Anpassung des Brandschutzkonzeptes

Ein Highlight: die vertikale Fassadenbegrünung bis zur 9. Etage mit Bewässerungskonzept (kein Frischwasser!). Durch begrünte Module wird dem Mangel an städtischem Grün entgegengetreten und das Mikroklima bedeutend aufgewertet. Die Suche nach einem geeigneten System war durchaus aufwendig und alle Beteiligten sind sich darüber im Klaren, an dem Projekt selbst noch zu wachsen. 

Aufgrund der Vielfalt der neuen Aufgabenstellungen stehen die Gesamtinvestitionskosten noch nicht fest, werden aber aktuell auf 12 bis 13 Mio. € geschätzt. Die Netto-Mieterhöhungen sind bei max. 1 €/m² kalkuliert, wobei durch die Maßnahmen geplante Einsparungen bei Betriebs- und Heizkosten in Höhe von 50-80 ct/m² erfolgen sollen. Die Energieeinsparung verbessert sich nach heutigem Stand um 50 % mit einer CO2-Reduzierung von ca. 140 t pro Jahr.

Eins ist sicher: nach Fertigstellung der Maßnahmen zeigt sich der Hans-Böckler-Platz 7/9 nicht nur im Inneren generationengerecht und ökologisch zukunftsfähig, sondern auch die Umgebungsqualität ist deutlich aufgewertet.