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Ganzheitlich, zukunftsfähig und generationengerecht

Sie ist mit 556 Wohneinheiten eines der größten zusammenhängenden Siedlungsgebiete im Bestand: die Rede ist von der sog. Eichbaumsiedlung in Heißen-Süd. Die Mülheimer Wohnungsbaugesellschaft SWB steckt mitten drin, das Quartier neu zu entwickeln, um nachhaltig eine stabile und generationengerechte Wohnsiedlung zu schaffen. Die ersten Bauabschnitte sind begonnen, die späteren bereits in der Planung. Bis 2025 wird modernisiert oder neu gebaut. 

Die Situation
Mit ihren Häusern aus den 50er und 60er Jahren weist die Eichbaumsiedlung neben städtebaulichen auch energetische und soziodemografische Defizite auf und steht einfach nicht mehr für zeitgemäßes Wohnen. Eine hohe Fluktuation ist die Folge. Eine Herausforderung stellt zudem die Nähe zur A40 und die damit einhergehenden Lärmemission dar. Auf der Positiv-Seite stehen hingegen die gute Infrastruktur mit Anbindung an die Nachbarstädte Essen und Düsseldorf sowie ausreichend Freiflächen. Gute Voraussetzungen also, um über zukunftsfähige Maßnahmen nachzudenken.

Das Audit
Aufsattelnd auf das „Handlungskonzept Wohnen“ (2012) und das „Wohnungspolitische Handlungskonzept Heißen-Süd“ (2017) der Stadt Mülheim an der Ruhr hat sich SWB an dem NRW-weiten Pilot-Audit „Generationengerechtes Wohnen im Quartier“ beteiligt und das Gebiet umfassend unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: eine  ganzheitliche Neuentwicklung bis zum Jahr 2025 in insgesamt 9 Bauabschnitten mit einem Investitionsvolumen von rd. 100 Mio. €. Der Auditierungsprozess wurde inzwischen zertifiziert und bereits re-zertifiziert. Erste Erfolge sind sichtbar: so der beliebte Quartierspunkt. Er ist Anlaufstelle für gemeinschaftliches Miteinander und Aktivitäten in der Nachbarschaft, Raum für Veranstaltungen, Ort für Beratung und Information. Das nicht nur für SWB-Mieter, sondern alle Anwohner. Dank einer starken Vernetzungskultur und engagierten Kooperationspartnern bietet er ein vielfältiges Angebot für alle Generationen

Das Vorhaben
Die baulichen Maßnahmen reichen von Modernisierung und Neubau über Mietwohnungen und Wohneigentum bis hin zu energetischer Sanierung. Mobilitätsthemen, Aufenthaltsqualitäten und Barriereabbau im öffentlichen Raum werden mitgedacht; Themen wie regenerative Energien sowie Mieterstrom stehen auf der Agenda. „Das alles – dank eines ausgewogenen Wohnungsmixes - für alle Generationen und dank der Modernisierungsoffensive des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen zudem zu bezahlbaren Mieten“, stellt SWB-Geschäftsführer Andreas Timmerkamp fest.

Der Architektenwettbewerb
Für die Maßnahmen des 5. und - gemessen am Investitionsvolumen - größten Bauabschnittes hat die SWB einen Architektenwettbewerb ausgelobt, der die Entwicklung von ca. 176 Wohnungen im vorderen Teil der Filchnerstraße zum Ziel hat. Im Fokus steht neben Rück- und Neubau auch die zeitgemäße Modernisierung von Wohnraum. Darüber hinaus beinhaltet er ein Teilprojekt „Betreutes Wohnen“, wo letztlich auch der bereits im Projektgebiet etablierte Quartierspunkt Heißen-Süd ansprechende Räumlichkeiten erhalten wird. 

Größte Herausforderungen des Entwurfes: es sollen unterschiedliche Menschen, ob jung oder Alt, ob Familien oder allein Wohnende, mit unterschiedlichen Kulturen und unter-schiedlichen sozialen Standards in eine große Siedlungsform integriert werden. Mit dem Gewinner-Entwurf des Architekturbüros Druschke und Grosser aus Duisburg war auch entschieden, dass – bis auf das Punkthochhaus an der Gneisenaustraße – die meisten Gebäude im vorderen Teil der Filchnerstraße aufgrund ihrer Bausubstanz demnächst Geschichte sind und durch zeitgemäße Neubauten ersetzt werden. 

Doch genau darin liegt die große Chance: etwas Neues zu schaffen, das verbleibende Bestandsgebäude aber einzubinden statt abzugrenzen. Besonders beeindruckt hatte die Jury die Lösung der Schallschutz-Problematik zur A40 hin. „Es gab mehrere Teilnehmer, die mit den Gebäuden eine Art Schallschutzwand gebildet haben, das war aber zum Teil dann sehr massiv. In diesem Entwurf hingegen sind die Gebäude sehr gut gestaffelt und es ergeben sich ansprechende, strukturierte Ansichten“, so Oliver Ahrweiler, technischer Prokurist bei SWB. Ein weiterer Pluspunkt des Entwurfes: Die Gestaltung des Freiraums zwischen den Gebäuden und die Einbindung der geplanten Mieteigen-heime für kinderreiche Familien auf der gegenüberliegenden Straßenseite. 

Mit Blick auf solch große Quartiers-Maßnahmen stellt Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, zusammenfassend fest: „Die Mitgliedsunternehmen unseres Verbandes nehmen mit Unterstützung des Landes mehr als 550 Millionen Euro in die Hand, um 4.500 Wohnungen zu modernisieren und 800 neu zu bauen. Von den Investitionen profitierten nicht nur die Mieterinnen und Mieter. Sie wirken weit über die „vier Wände“ hinaus und stoßen die Entwicklung ganzer Quartiere und Stadtteile an.“