SWB Mietermagazin 1|26

Seit 75 Jahren gibt es die SWB. Aber gibt es auch jemanden, der fast diese ganze Zeit in einem ihrer Häuser gelebt hat? Ja, tatsächlich: Hermann Kösters aus Saarn ist in den Häusern der SWB an der Dillinger Straße aufgewachsen. Und noch heute lebt er dort - gemeinsam mit seiner Ehefrau Dagmar, in derselben Straße. 1950 wird Hermann in Saarn geboren. Kurz darauf zieht die Familie von der Steinkuhle in die neu gebauten Häuser an der Dillinger Straße, in eine Wohnung in Haus Nummer 6, die über ein Kontingent für Siemens als Werkswohnung vergeben wurde. In der Vier-Zimmer-Wohnung wird mit Kohle geheizt, den Ofen müssen die Mieter selbst anschaffen. „Das Wohnzimmer und auch noch das angrenzende Kinderzimmer waren einigermaßen warm im Winter, im Schlafzimmer war es kalt“, erinnert er sich. Regelmäßig kam der Kohlenmann vorbei, um für Nachschub zu sorgen. „Aber immerhin hatten wir eine Rutsche durch das Kellerfenster, über die die Kohle direkt in den Keller geschüttet wurde“, erzählt er. Andere hätten die Kohlensäcke noch selbst hinuntertragen müssen. Im Keller stand auch die große Kartoffelkiste, in der über den Winter die Vorräte gelagert wurden. „Als Junge habe ich oft bei der Kartoffelernte geholfen: Der Bauer hat mit dem Traktor das Feld gepflügt, wir haben die Kartoffeln aufgelesen. Dafür gab es ein paar Mark“, sagt Hermann Kösters mit einem Grinsen. Im Bad der Familie stand eine Badewanne mit Gasbrenner, gebadet wurde einmal pro Woche. In der Waschküche des Hauses befand sich ein großer Waschtrog. Dort stand die Mutter ebenfalls einmal in der Woche und rührte die Wäsche im Wasser. Anschließend wurde sie auf dem Speicher unter dem Dach aufgehängt. „Im Winter war sie manchmal sogar gefroren.“ Überhaupt seien die Winter damals ganz anders gewesen: „Viel kälter. Die Fenster haben wir mit Papier ausgestopft, weil die Scheiben so dünn waren, dass die Kälte durchkam. Manchmal hatten wir sogar Eisblüten am Fenster.“ Auch die Reinigung des Trockenspeichers gehörte zu den regelmäßigen Aufgaben der Hausgemeinschaft. Dafür wurden Sägespäne ausgestreut, mit etwas Wasser befeuchtet und anschließend zusammengefegt. „Und dann war der Speicher sauber“, erzählt der 76-Jährige und lacht. Als junger Mann lernte er seine spätere Ehefrau kennen. Das Paar wohnte zunächst zwei Jahre bei den Schwiegereltern, bevor 1974 eine Wohnung in der Dillinger Straße 4 frei wurde. Dort gab es bereits eine Ölheizung. Vier Jahre lang lebte die junge Familie, zu der inzwischen auch ein Sohn gehörte, in diesem Haus. 1979 folgte dann der Umzug in die Dillinger Straße 2 – nachdem die Häuser 1978 erstmals umfassend saniert wurden. Sie bekamen Balkone, neue Fenster und für die Familie Köster gab es ein besonderes Angebot des damaligen SWB-Geschäftsführers Horst van Emmerich: Da Dagmar Kösters seit jungen Jahren im Rollstuhl sitzt, wurde die Wohnung auch im Inneren rollstuhlgerecht umgebaut - mit breiteren Türrahmen und vor allem mit einer Rampe, die vom Erdgeschossbalkon direkt zur Straße führt. So kann Dagmar Kösters das Haus jederzeit barrierefrei verlassen. 2019 folgte eine weitere, kleinere Sanierung: Die Fassade wurde überarbeitet und neu gestrichen, Dachüberstände wurden verlängert, die Außenbeleuchtung erneuert und die bestehenden Balkongeländer mit neuen Handläufen und Trespa-Verkleidungen versehen. Ein Wegzug kommt für das Ehepaar heute nicht mehr infrage. Die Wohnung bietet alles, was das Ehepaar im Alltag braucht. Nur einen Wunsch gibt es noch: eine Badsanierung. Das Bad ist inzwischen 46 Jahre alt, die Dusche mit Duschtasse nicht wirklich barrierefrei. „Ich bin dazu gerade im Austausch mit dem SWB-Bauleiter“, erklärt Dagmar Kösters. Und ansonsten? „Waren wir immer sehr zufrieden mit der SWB.“ Ein Mieter der ersten Stunde Hermann Kösters wohnt sein Leben lang in den SWB-Häusern an der Dillinger Straße Hermann Kösters wohnt sein Leben lang an der Dillinger Straße. „Die Mieter der Obergeschosse reinigen wöchentlich abwechselnd – es beginnt der Mieter im ersten Obergeschoss rechts – die von dem unteren Geschoß führenden Treppen einschl. Podeste und Treppenhausfenster. Die Etagenbewohner sind ferner verpflichtet, im monatlichen Wechsel, beginnend mit dem 1. Obergeschoß rechts, die Reinigung des Trockenbodens durchzuführen.“ „Das Klopfen der Teppiche, Decken, Betten, Matratzen, Polstermöbel und Kissen aller Art darf nur werktags auf dem Hof, in keinem Falle im Treppenhaus oder Flur vorgenommen werden, falls kein anderer Mieter einen berechtigten Anspruch auf Freihaltung des Hofes für Trocknen der Wäsche erhebt. Die Zeit bestimmt die jeweils gültige Polizeiverordnung.“ „Näh- und Schreibmaschinen sind auf schalldämpfende Unterlagen wie Filz oder Gummi zu stellen.“ „Die Benutzung der Waschküche und des Trockenplatzes an Sonn- und Feiertagen ist verboten.“ Wo Menschen zusammenleben, muss es Regeln geben. So gibt es auch bei der SWB seit Anbeginn eine Hausordnung, die den Mietern verpflichtende Regeln vermittelt. Wir haben in eine Hausordnung von 1957 geschaut. Die Auszüge machen deutlich, wie sich das Zusammenleben im Laufe der Jahrzehnte geändert hat. „In Häusern, in denen keine automatische Treppenhausbeleuchtung vorhanden ist, sind die Mieter jeweils in ihrer Reinigungswoche verpflichtet, vom Einbruch der Dunkelheit an für ausreichende Flur- und Treppenhausbeleuchtung unter Beachtung etwaiger polizeilicher Vorschriften Sorge zu tragen.“ „Die Mieter des Erdgeschosses haben im wöchentlichen Wechsel die Flure täglich morgens vor 9 Uhr zu kehren und am Sonnabend und Mittwoch zu scheuern.“ „Bleibt bei längerer Abwesenheit der Mieter die Wohnung unbeaufsichtigt, so haben diese die Wohnungsschlüssel zur Verfügung des Wohnungsunternehmens oder seiner Beauftragten zu halten; andernfalls ist das Wohnungsunternehmens in dringenden Fällen berechtigt, die Wohnung auf Kosten der Mieter öffnen zu lassen.“ „Haustiere dürfen nicht gehalten werden.“ ZEITZEUGEN

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