miteinander Bei der Spielplatzaktion der SWB war Christabel natürlich auch dabei und unterstützte das SWB-Quartiersmanagement. wurde zu einem hochwertigen Aufenthaltsbereich für alle Mieter umgestaltet – eine positive Errungenschaft, aber dennoch eine große Umstellung vor allem für die Kinder. Neue Nachbarn zogen ein, neue Kinder kamen dazu. Christabel war weiterhin viel draußen, suchte das Gespräch, hörte zu – und lernte schnell die Kinder der neu hinzugezogenen Familien kennen. „Und wenn die Eltern merken, dass die Kinder der Person vertrauen, dann kommt auch einfacher der Kontakt zu ihnen“, erzählt Christabel. Ihr großer Vorteil: sie ist als Nachbarin eine „von ihnen“. Sie organisierte Spiele wie Schnitzeljagd oder Karaoke für die Jungen und Mädchen. Für viele Kinder war (und ist) sie nicht nur Spielpartnerin, sondern so etwas wie eine große Schwester – eine, die aufpasst, mitredet und ernst nimmt. Sie sorgte bewusst dafür, dass die Kinder aus dem Altbestand und die Kinder aus dem Neubau miteinander ins Gespräch – und ins Spielen – kamen. Spannungen wuchsen Doch nach dem Neubau und dem Einzug vieler neuer Bewohner, kam es zu Spannungen. Die Kinder suchten sich den Platz zum Spielen zwischen den Häusern, Fußbälle knallten gegen Wände, der neue Spielplatz wurde nicht immer ordentlich hinterlassen, die Beschwerden häuften sich. Für Christabel war klar: Wegschauen ist keine Option. „Ich habe das ja auch verstanden. Die Kinder brauchen ihren Spielraum, aber die Bewohner wollen auch mal ihre Ruhe haben“, erzählt sie. Also wollte sie Neubau und Altbau zusammenbringen und herausfinden, wo genau die Probleme liegen. Gemeinsam mit zwei Freunden sprach sie mit den Kindern und gründete zwei WhatsApp-Gruppen: eine für die Eltern, eine für die Kinder. Sie dokumentierte, was vor Ort passierte, sammelte Rückmeldungen und machte die Dynamiken sichtbar. Gemeinsame Gespräche Die Stimmung war zunächst angespannt, auf beiden Seiten: Eltern und Kinder aus Alt- und Neubau fühlten sich teils unverstanden. Deshalb wurde ein gemeinsamer Termin zur Aussprache organisiert. Christabel warb bei den Eltern um Verständnis dafür, dass sich für die Kinder die Spielmöglichkeiten im Quartier komplett verändert haben. Gleichzeitig sprach sie mit den Kindern darüber, dass vor allem Erwachsene mit Babys und Kleinkindern ein gewisses Ruhebedürfnis haben. „Irgendwann, nach mehreren Stunden, haben wir eine gesunde Mitte gefunden“, erzählt sie. Regeln wurden gemeinsam besprochen, Verständnis aufgebaut – und Christabel bot sich auch weiterhin als Ansprechpartnerin an. Die Lage beruhigte sich spürbar, wenn auch nicht gänzlich. Unabhängig davon wurde auch die SWB nach den ersten Beschwerden aktiv. Birgit Syring vom Quartiersmanagement sprach mit Anwohnern und Jugendlichen – und lernte dabei Christabel kennen. „Wir haben uns sehr gefreut, dass Christabel sich so für die Nachbarschaft engagiert“, sagt Birgit Syring. Gemeinsam überlegten sie, welche Maßnahmen die SWB beitragen kann, um die Nachbarschaft zu stärken. Es folgten eine Spielplatzaktion, der Jubiläumsbus mit Popcornmaschine kam ins Quartier, und auch für die Ferien wurden weitere Angebote vorbereitet. Studium der sozialen Arbeit Christabels Engagement spiegelt sich auch in ihrem Bildungsweg wider. Die junge Frau besuchte zunächst die Grundschule am Steigerweg, wechselte anschließend zur Gustav-Heinemann Gesamtschule. Nach der 10. Klasse ging sie auf ein Berufskolleg und erwarb dort ihr Fachabitur. Zunächst war sie sich nicht sicher, ob ein Studium das Richtige für sie ist. Ein vorgeschriebenes halbjähriges Praktikum als Ergotherapeutin brachte Klarheit: „Ich habe gemerkt, dass es die Arbeit mit Menschen ist, die mich wirklich erfüllt“, sagt sie. Aus dieser Erfahrung heraus entschied sie sich für ein Studium der Sozialen Arbeit in Bochum. Aktuell ist Christabel im dritten Semester. Durch das Studium ist ihre Zeit knapper geworden, und sie kann sich nicht mehr so intensiv wie früher jeden Tag mit den Kindern im Quartier beschäftigen. Doch ganz aufhören? Das kommt für sie nicht infrage. „Andere Menschen zufrieden und glücklich zu machen, liegt mir einfach am Herzen“, sagt sie – und wieder ist da dieses Lachen, das man so schnell nicht vergisst.
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