Mein Zuhause 12/2018

16 Grüne Ecke Wie Mietergärten dem Ökosystem helfen können Insekten inGefahr! Erst kürzlich hat der Naturschutzbund erneut auf den alarmierenden Insekten- schwund in Deutschland hingewiesen. Auch in den Anlagen der SWB ist fest- zustellen, dass der Bestand an Insekten und insbesondere Wildbienen stark ab- nimmt. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen vom Rückgang der Brach- flächen bis zum Vormarsch von Kultur- pflanzen wie Kirschlorbeer oder Thuja. Zum Glück können Sie im Mietergarten mit wenig Aufwand viel für den Erhalt der nützlichen Insekten tun. Die wich- tigsten Maßnahmen haben wir hier für Sie zusammengefasst. Auf die Blüten achten Was viele nicht wissen: Das Sortiment im Lebensmitteleinzelhandel bzw. Bau- markt ist oft nicht sehr insektenfreund- lich. Das gilt insbesondere für Pflanzen › mit sterilen Blüten – z. B. Forsythien, Hortensien, Geranien – oder › mit gefüllten Blüten, bei denen die Tiere weder Pollen finden noch an den Nektar gelangen. Am besten wild und bunt Meist sind es hochgezüchtete Pflanzen- arten, die keine oder weniger Pollen und Nektar produzieren und damit als natürliche Futterquellen entfallen. Ent- sprechend sind die einfach blühenden Wildformen für Insekten wesentlich wert- voller. Da die Tierchen je nach Art von unterschiedlichen Blütenfarben angezo- gen werden, ist eine bunte Mischung auf jeden Fall zu empfehlen. Und wer noch mehr für die Nützlinge tun möchte: Eine Wildstrauchhecke – z. B. aus Kornelkir- sche, Palmweide und Bienenbaum – bie- tet Insekten Schutz und Nahrung und nebenbei auch Vögeln wichtige Lebens- räume. Pflegeleicht und artenreich Wer so pflanzt, macht es auf jeden Fall richtig. Dabei empfehlen sich etwa Wild- stauden als beste Nahrungslieferanten für Larven und Insekten. Auch naturnahe Bereiche mit Futterpflanzen wie Ringel- blumen, Beinwell, Korn- und Sonnenblu- men sollten in keinemGarten fehlen. Und selbst Ihr Rasen muss keine Monokultur sein: Beikräuter wie Gänseblümchen schaden ihmnicht, sondern sorgen für ein lebendiges Erscheinungsbild. So könnten Sie z. B. Teilbereiche einer Rasenfläche gezielt in eine Blumenwiese verwandeln. Blühende Aussichten von Frühling bis Herbst Idealerweise sollte der Pflanzenmix so aussehen, dass er Insekten vom Frühjahr bis in den Herbst hinein mit Nahrung ver- sorgt. Bedarf besteht früh wie spät im Jahr, denn viele Insekten sind bei nied- rigen Temperaturen schon oder noch aktiv. Wichtig ist aber natürlich auch der Sommer, in dem das Angebot oft rapide nachlässt. Gebraucht werden Blüten also über die gesamte Vegetationszeit: › vom Vorfrühling – z. B. Schneeglöck- chen, Schneesterne, Wildtulpen, Krokusse – › über den Sommer – z. B. Lavendel, Buschmalve, Sonnenblume – › bis zum Spätherbst – z. B. Fetthenne, Herbstastern und Stockrosen. Nachwuchspflege und Wasser satt Auch Larven wollen ernährt sein und haben dabei meist ganz andere Be- dürfnisse als die erwachsenen Tiere. Schmetterlingsraupen etwa lieben Dis- teln (Ziersorten eingeschlossen!), Dol- denblütler wie Fenchel, Dill und Wilde Möhre, aber auch Gehölze wie Faul- baum, Himbeeren, Ginster und den Apfelbaum. Keine Frage des Alters ist der Flüssigkeitsbedarf, der in trockenen Sommern schnell zum Problem wird. Abhilfe schafft eine mit Steinen gefüllte Schale mit niedrigem Wasserstand, in der die Tiere sicher landen und trinken können.

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