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Nachbarschaft

Diesmal können wir sogar die einzelnen

Häuser im Quartier erkunden – in fach-

kundiger Begleitung von Hausmeister

Sommer. So lernen wir nahezu jeden

Winkel der Anlage kennen: innen wie

außen, vom Keller bis zum Dach, von

der Aufzugtechnik bis zu denWasserab-

läufen. Und wir erfahren, wie viel man

als Hausmeister wissen, können, ma-

chen und tun muss

.

Punkt neun Uhr vor der Eingangstür zum

Dr.-Julius-Brecht-Weg 1: Hier treffen wir

Tobias Sommer, seit 2013 für die SWB-

Mieter in Speldorf im Einsatz. Insgesamt

betreut er im Stadtteil 21 Wirtschafts-

einheiten mit 637 Wohnungen und ist

außerdem bei Bedarf als Vertretung in

Broich unterwegs. Reichlich zu tun also;

deshalb starten wir direkt mit einem

Rundgang durchs Quartier. Dabei läuft

alles nach einer riesigen Checkliste ab,

die unser Begleiter ganz offensichtlich

komplett im Kopf hat.

Einer für einfach alles

Die Prüfung beginnt noch vor der Tür bei

den Briefkästen einschließlich Beschilde-

rung. Weiter geht’s mit dem Schließme-

chanismus der Haustür, dann folgt die

Kontrolle von Gängen, Wänden, Woh-

nungseingangstüren, Fenstern und Lam-

pen: Stehen oder hängen hier noch Ge-

genstände, die beseitigt werden müssen

(s. S. 20)? Lassen sich die Fenster richtig

öffnen und schließen? Sind die Glüh-

Herbsttour mit Sommer

birnen in Ordnung, klemmt kein Schal-

ter? Während wir treppauf und trepp-

ab laufen, wird noch der Handlauf auf

Stabilität und intakte Beschichtung ge-

checkt. (Wir freuen uns, dass zwischen-

durch auch der Aufzug geprüft wird: vier

Stockwerke nicht laufen

J

!)

Technik inklusive

In den Kellern geht es ebenfalls um Fens-

ter, Lampen und Schalter, aber z. B. auch

die Wasserabläufe, die frei und sauber

sein müssen. Die Versorgungsräume

sollten leer und alle Armaturen gut zu-

gänglich sein; Rohre und Schieber wer-

den auf Zeichen von Korrosion gecheckt,

der Wasserdruck in der Heizungsanlage

kontrolliert. In der Hauswasserstation

fällt zur Legionellenvorsorge alle zwei

Monate eine Rückspülung der Filter an

der Wasseruhr an; stehen Wohnungen

leer, werden die Armaturen dort monat-

lich durchgespült.

Das fehlte noch

Außerdem auf der Liste: Aufzugtechnik,

Wasch-undGemeinschaftsräume,Dach-

luken, Entwässerungsrinnen und Abläufe

sowie die Beleuchtung im Außenbereich,

Mülltonnen mit Umgebung, Garagenhof

und noch vieles andere, was wir uns ein-

fach nicht mehr merken konnten. Klei-

nere Schäden oder Mängel behebt der

Hausmeister nach Möglichkeit direkt;

darüber hinaus anfallende Arbeiten wer-

den beauftragt. Außerdem kümmert

sich Tobias Sommer um die Verkehrs-

sicherung, was derzeit flächendeckenden

Laubbläsereinsatz bedeutet, hält Außen-

bereiche möglichst abfallfrei – und Kon-

takt zu den Mietern.

Offene Haustüren,

Waschmarken & Falschparker

Von „seinen“ Bewohnern hört er schon

frühmorgens beim Abhören des Anruf-

beantworters im Büro und passt seine

To-do-Liste entsprechend an. Ist er dann

im Quartier unterwegs, kommt er nie

ohne ein Wort an einem Mieter vorbei.

So gab es während unserer Rundtour

nebenbei z.B. die Fragen zu klären, wie

sich offenstehende Haustüren oder das

Zuparken der Feuerwehrzufahrt vermei-

den lassen, warum die Heizung im Flur

rauscht und wo (und wann) man eigent-

lich die Marken für Waschmaschine und

Trockner bekommt. Und manchmal ging

es auch einfach nur um einen kurzen

Plausch.

Eigentlich ein Multimeister

Das wäre wirklich das bessere Wort – so

unser Fazit, als wir nach fünf Stunden

unsere müden Beine ausstrecken dür-

fen (während Tobias Sommer versuchen

muss, die Zeit, die er durch unsere Fra-

gerei verloren hat, wieder einzuholen). In

diesem Sinne: Hut ab und vielen Dank

für diesen Einblick in das umfassende

Tätigkeitsfeld eines Hausmeisters bei der

SWB!