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Um wenige Fragen ranken sich so

viele Vermutungen, Halbwahrheiten

und Gerüchte wie um die nach den

Schäden, die ein Baum mit seinem

Wurzelwerk an Gebäuden und Ver-

sorgungsleitungen anrichten kann.

Was stimmt – und was nicht? Wann

und woraus können tatsächlich Pro-

bleme entstehen, und wie lassen sie

sich vermeiden? Antworten auf diese

Fragen haben wir hier für Sie zusam-

mengetragen.

Nicht ganz unschuldig an den manch-

mal fast schon abenteuerlichen Be-

fürchtungen sind die eindrucksvollen

Bilder überwucherter Pyramiden aus

Südamerika oder vergessener Tem-

pel aus Kambodscha: Bäume pressen

sich ins Mauerwerk, nutzen jede Spalte

aus und schieben anscheinend massi-

ves Gestein zur Seite. Auch aus Mit-

teleuropa gibt es zahlreiche Beispiele

für Brücken und Schlossmauern, die

auf ähnliche Weise „besetzt“ wurden.

Und wer wüsste nicht von Wurzeln, die

Teile von Straßen, Gehwegen und Ein-

fahrten regelrecht anheben? Wer hat

noch nicht gehört, sie könnten Risse

im Mauerwerk verursachen und ganze

Bauwerke zum Einsturz bringen? Gute

Gründe also, einmal klarzustellen, was

wirklich dran ist am „Übeltäter“ Baum

bzw. Wurzel.

Kleine Wurzelkunde

Die Wurzeln eines Baumes dienen

seiner Versorgung mit Wasser und

Nährsalzen sowie der Verankerung im

Boden. Ihr Wachstum wird hormonell

gesteuert. Dabei steht ihr Volumen in

einem ausgewogenen Verhältnis zur

Baumkrone; in der Regel breiten sich

die Wurzeln bis maximal ca. 50 cm vor

der Blatttraufe aus (der äußerste Rand

der Krone). Wie tief sie reichen, variiert

je nach Baumart.

Wurzeln und Krone hängen unmit-

telbar zusammen. Schneidet man in

der Krone einen Ast ab, stirbt der zu-

gehörige Wurzelteil, und umgekehrt.

Vergleichbar zum Baum oberhalb der

Erde besteht auch der unterirdische

Teil aus Haupt- und Nebenwurzeln bis

hin zu feinsten Verzweigungen. Deren

Dicke nimmt zu, solange der Baum

lebt.

Das wahre Schadenspotenzial

Der Weg des geringsten Widerstands

ist nicht nur uns, sondern auch Baum-

wurzeln der liebste. Sofern sie nicht

von Randsteinen behindert werden,

schieben sie sich deshalb z.B. in das

Pflasterbett unter einen Gehweg.

Grüne Ecke

Was an der „Zerstörungswut“ der Bäume wirklich dran ist

Wie kommt die Wurzel in den Stein?