Previous Page  4 / 32 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 4 / 32 Next Page
Page Background

4

SWB-Geschäftsführer Ulf Lenner-

mann und Prokurist Andreas

Timmerkamp erläutern der „Mein

Zuhause“-Redaktion, welche Heraus-

forderungen sie für die Zukunft sehen

und wie sich SWB darauf einstellt.

Redaktion:

Im Titel fällt auf, dass

Wohnen und Wohnquartiere thematisch

getrennt sind. Warum ist das so?

Ulf Lennermann:

Es ist gar nicht

so lange her, da wurde der Begriff

„Wohnen“ im Wesentlichen mit dem

Stadtteil und der Wohnungsgröße um-

schrieben. Heute ist der Begriff „Woh-

nen“ häufig ausdifferenzierter, weil

die zielgruppenspezifischen Anforde-

rungen vielfältiger sind. Darauf muss

SWB reagieren. Heute erwarten die

unterschiedlichsten Zielgruppen pass-

genauen Wohnraum mit individuellem

Zuschnitt, zeitgemäßer, funktionaler

und moderner Ausstattung bei einer

dauerhaft tragbaren Mietbelastung.

Mindestens genauso wichtig sind, so-

wohl für den Mieter als auch für den

Vermieter, neben den wirtschaftlichen

Grundlagen, Umweltaspekte und gene-

rationenübergreifende Rahmenbedin-

gungen, die für ein modernes Quartier

stehen und ein lebenswertes Miteinan-

der ermöglichen.

Redaktion:

Wirtschaftliche Grundla-

gen und Umweltschutz, das versteht

jeder, doch was muss man sich unter

generationenübergreifenden Rahmen-

bedingungen vorstellen?

Ulf Lennermann:

Wir müssen Be-

standsentwicklung in immer größer

werdendem Maße als ganzheitliche

und integrierte Quartiersentwicklung

begreifen. Neben verkehrsgünstigen

Anbindungen - sowohl im Straßen- und

Radwegenetz als auch in der Nahver-

kehrsversorgung - sind Infrastruktu-

ren wie Beratungs-, Betreuungs- und

Freizeitangebote, Schulen und Kin-

dertagesstätten, gute Erreichbarkeit

von Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten

und nicht zuletzt Grünanlagen mit

Aufenthaltsqualität heutzutage von

nachhaltiger Bedeutung für unsere

Kunden. Langfristig werden aber auch

digitale Technik, die den Alltag in den

Wohnungen erleichtert und sicherer

werden lässt sowie moderne Mobili-

tätskonzepte für die Anmietung von

Wohnraum an Bedeutung gewinnen.

Redaktion:

Was bedeutet das konkret

für die Umsetzung?

Ulf Lennermann:

Bei jeder Maß-

nahme steht neben dem baulichen

Aspekt der Mensch im Mittelpunkt.

Wir setzen damit unsere selbst aufer-

legten Grundsätze unseres Leitbildes

konsequent innerhalb der Projekte

um. Dies gilt zum Beispiel für den de-

mographischen Wandel. Bereits heute

sind knapp 30 % der Menschen in unse-

ren Wohnungen älter als 65 Jahre,

eine Quote, die weiter steigen wird.

Deswegen investieren wir verstärkt

in barrierearmen und -freien Wohn-

raum und schaffen darüber hinaus

Begegnungsräume für Jedermann, um

generationsübergreifende Nachbar-

schaften zu fördern und zu festigen.

Dementsprechend wollen wir auch

den Bedürfnissen von Singles, Familien

und Paaren gerecht werden.

Redaktion:

Es reicht also nicht aus,

nur in Wohnraum zu investieren?

Andreas Timmerkamp:

Wir se-

hen unsere Aufgabe als kommunale

Wohnungsbaugesellschaft der Stadt

Mülheim an der Ruhr nicht allein

darin, Wohnraum zur Verfügung zu

stellen, sondern das Leben in unseren

Wohnquartieren durch gezielte, den

Bedürfnissen des Menschen entspre-

chende Entwicklungsmaßnahmen

langfristig lebenswert zu machen. Wir

schaffen sozial stabile Strukturen und

Wohnen 2.0 –

Die Zukunft des Wohnens

Herausforderungen, Strategien und Maßnahmen für

zukunftsfähiges Wohnen und attraktive Wohnquartiere

Titelstory