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das „Saarn-Center“

Service

gefangene fanden hier einen Platz zum

Leben. Dabei gab es feste Regeln, an die

sich die Bewohner zu halten hatten:

mindestens sechs Stunden am Tag

arbeiten

50 DM Taschengeld pro Monat

kein Alkohol, keine Drogen

Verpflegung aus der Gemeinschafts-

küche

solidarisches Verhalten.

In den besten Zeiten lebten und ar-

beiteten hier 25 Menschen. Darüber

hinaus fanden regelmäßig internatio-

nale Emmaus-Jugend-Camps statt. Die

solidarischen Sommerlager hatten den

Zweck, Jugendlichen einen sinnvollen

Urlaub anzubieten und die Möglichkeit zu

schaffen, Leben und Arbeit von Em-

maus kennenzulernen. Die Teilnehmer

verrichteten jeweils die gleiche Arbeit

wie die ständige Emmaus-Gruppe. Das

erste Emmaus-Jugendlager in Saarn fand

1977 statt. Erzielte Erlöse dienten von

der ersten Stunde an der Unterstützung

sozialer Projekte in der sogenannten

Dritten Welt.

Zwischen 1985 und 1987 vermietete die

Emmaus-Initiative den hinteren Teil des

Geländes, den sogenannten Elefanten-

platz, für eineinhalb Jahre an eine Bau-

wagen-Kolonie unter. Die alternative

Lebensgemeinschaft lebte dort in bis zu

zehn Bauwagen. Der Name „Elefanten-

platz“ stammt von einem Plüschtier,

das die Bewohner dort auf einem Pfos-

ten gefunden hatten.

1986 fing der Niedergang der Saarner

Solidar-Gemeinschaft an. Mehrere

Brände – man vermutete Brandstiftung

- warfen die Emmaus-Gemeinschaft

zurück. Das Wohnen wurde auf dem

Gelände aus Sicherheitsgründen und aus

Angst vor weiteren Bränden verboten.

Ab Ende 1990 folgte dann nach Konkurs-

Anmeldung des Vereins der vollständige

Ausverkauf auf dem Emmaus-Gelände.

Anfang März 1991 begann die SWB

dann, 20 Jahre nach der ersten Idee

und rund 10 Jahre nach den ersten

konkreten Bauplanungsentwürfen, mit

den Bauarbeiten des heutigen Wohn-

quartiers.

Das Saarn-Center in Zahlen:

17 Monate Bauzeit

285 Handwerker

27 km Elektrokabel

2.100 Kubikmeter Mauerwerk

6.500 Kubikmeter Stahlbeton

600.000 Steine

45.000 Dachpfannen

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