Previous Page  16 / 32 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 16 / 32 Next Page
Page Background

Am Eingang des Dorfes Saarn gelegen,

bietet das „Saarn-Center“ vielen Men-

schen attraktiven, familienfreundlichen

und behindertengerechten Wohnraum

in insgesamt 52 Wohneinheiten. Gelb

leuchtende Fassaden, weite Fensterflä-

chen an Ladenlokalen und Wohnungen,

3.200 Quadratmeter Spiel- und Grün-

flächen im Innenhof.

Obschon das heutige Wohncenter an der

Düsseldorfer Straße Schauplatz einer

sehr bewegenden Geschichte war, erin-

nert heute nichts mehr an die vorherige

Nutzung des Geländes.

Bereits 1972 kaufte die SWB, damals

noch die Soziale Wohnungsbau gGmbH,

unter ihrem damaligen Geschäftsführer

Horst van Emmerich, das Gelände der

ehemaligen Baufirma Rudolphi. Die alten

Lagerhallen auf dem Gelände wurden

zunächst an Handwerksbetriebe verpach-

tet. Das Bürogebäude baute die Woh-

nungsbaugesellschaft in ein Wohnheim

für 65 ausländische Mitarbeiter der Firma

Rheinstahl um. Die Miet- bzw. Pacht-

verträge waren auf drei bis fünf Jahre

Rückblick: Mülheim verändert sich…

Service

befristet. Danach wollte die Baugesell-

schaft dort neue Wohnungen errichten.

Tatsächlich sollte es dann noch rund

20 Jahre dauern, bis die heutigen Woh-

nungen und Geschäftslokale im Saarn-

Center bezogen werden konnten.

1977 pachteten die Brüder Thomas und

Clemens Kolbe das ehemalige Rudolphi-

Gelände und gründeten dort eine

Emmaus-Gemeinschaft mit sogenannten

Zukunftswerkstätten. Die Emmaus-Leute

holten jeglichen Hausrat ab, reparierten,

reinigten und verkauften ihn im Rahmen

von ständigen Trödelverkäufen. Später,

1986, kam der Emmaus-Recyclinghof

dazu, wo alles Wiederverwertbare wie

Papier, Metall, Glas, Textilien und Schrott

sortiert und verkauft wurde. So bestritt

die Emmaus-Gruppe den eigenen Lebens-

unterhalt. Gewinne flossen sozialen

Einrichtungen weltweit zu. Menschen in

Krisensituationen wurden auf dem Ge-

lände an der Düsseldorfer Straße aufge-

nommen, fanden Wohn- und Arbeitsplatz

in einem. Jeder, egal ob Obdachloser,

Arbeitsloser aber auch ehemalige Straf-

16

Emmaus Internationale Jugendiniti-

ative für Frieden und Verständigung

e.V.:

Die Idee der Emmaus-Initiative

geht auf den Benediktiner-Pater Abbé

Pierre zurück: Aus der Bahn geworfene

Menschen sollten nicht auf Obdachlo-

senasyl angewiesen sein, sondern in

einer Gemeinschaft neuen Halt finden

und sich durch sinnvolle Arbeit ihren

Lebensunterhalt verdienen. Der Name

„Emmaus“ knüpft an eine biblische

Tradition an: Emmaus, nach dem

neuen Testament ein Ort in Palästina,

dem heutigen Israel, an dem Verzwei-

felte neue Hoffnung schöpften. Nach

und nach bildeten sich viele Emmaus-

Gruppen in der ganzen Welt.