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Unternehmen

Es ist eine einmalige Chance – darüber sind

sich Lauren Huddlestone und James Brooks

einig. Die beiden Jugendlichen stammen

aus dem englischen Leeds und verbrachten

im Herbst im Rahmen eines internationalen

Austauschs des Berufskollegs Essen Ost drei

Wochen in Mülheim. Bei zwei lokalen Be-

trieben wurden die beiden Fotografie-Stu-

denten kreativ, lernten den deutschen Ar-

beitsalltag hautnah kennen und sammelten

unvergessliche Eindrücke. Gemeinsam mit

vier anderen Studenten aus den Bereichen

Fine Arts und Tanz wohnten sie während

dieser Zeit in einer der Gästewohnungen

im SWB-Haus am Hans-Böckler-Platz.

„Work experience“ nennen die Englän-

der das, was in Deutschland „Praktikum“

heißt. 36 Stunden Arbeitserfahrung (so die

wörtliche Übersetzung) müssen Studenten

sammeln, erzählt Lauren Huddlestone, die

ebenso wie James Brooks Fotografie am

Leeds City College studiert. Als sie erfuhr,

dass es die Möglichkeit gibt, diese Arbeits-

erfahrung im Ruhrgebiet zu sammeln,

bewarb sie sich sofort, ergatterte einen der

sechs begehrten Plätze und muss nun bei

PR-Fotografie Köhring tatsächlich richtig

arbeiten. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich

so eingebunden werde und so viel selbst

machen kann“, berichtet die 19-Jährige.

Neue Techniken lernte sie so kennen und

die Arbeit für einen Kunden. Ihr Chef auf

Zeit, Andreas Köhring, ist begeistert von

Laurens Arbeitseinsatz. Im Frühjahr war

eine seiner Auszubildenden zu Gast in

Leeds. Er weiß um die einmalige Chance

und die Erfahrung, die ein Praktikum im

Ausland bietet. „Und“, sagt er, „die Be-

triebe lernen auch etwas.“

Auch für James Brook war der Umgang mit

einem Kunden, mit Zeit- und Termindruck

eine neue Erfahrung. Er arbeitete bei der

Werbeagentur 2WERKRUHR und griff dabei

auf sein Wissen in Sachen Grafikdesign und

Typografie zurück – beides hat der 20-Jähri-

ge in England vor seinem Fotografie-Studi-

um gelernt. Auch er konnte viele Praxis-

erfahrungen machen – obwohl er mit der

deutschen Tastatur, den Ös und Äs und der

unbekannten Sprache zu kämpfen hatte.

Dennoch gab er bei der Gestaltung von

Websites und Flyern alles. „Ich kann’s nicht

Unvergessliche Eindrücke

Studenten aus England waren für drei Wochen am

Hans-Böckler-Platz zu Hause

lesen – aber es sieht super aus“, sagt James

Brooks lachend. Anke Schäfer-Delija, eine

der zwei Geschäftsführerinnen von 2WERK-

RUHR, ist es wichtig, „jungen Menschen,

die Möglichkeit zu geben, neue Erfahrun-

gen zu sammeln“. Nachwuchsförderung

ist das für sie. Sie hofft, dass ihr nächster

Auszubildender ebenfalls am Austausch

teilnehmen kann.

Die Zeit in Mülheim hat beiden Engländern

gut gefallen, doch unterscheidet sich die

Stadt sehr von Leeds, der drittgrößten

Stadt Englands. „Die Architektur in Mül-

heim ist älter“, vergleicht Lauren, „und ab-

wechslungsreicher. In England sehen ganze

Straßenzüge gleich aus. Hier ist manchmal

jedes Haus anders.“ James Brooks bleiben

vor allem freundliche Menschen in Erinne-

rung. „Die Menschen sind hier offener und

hilfsbereiter“, findet er. Nicht vergessen

werden die beiden auch den Blick aus ihrer

Gästewohnung, die während ihrer Zeit in

Mülheim ihr Zuhause war: Ihr Apartment im

Hochhaus am Hans-Böckler-Platz bot einen

perfekten Blick über die Stadt. Laurens

knappes Fazit: „Wunderbar.“

Nachbarschaft