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Service

Für die Mülheimer Feuerwehr ist es eine

klare Sache und ihr Sprecher Torsten

Drewes sagt es ganz deutlich: „Trep-

penhäuser sind Fluchtwege. Bewegliche

Brandlasten jeder Art haben dort nichts

zu suchen.“ Schuhschränke meint er

beispielsweise damit. Denn die lokalen

Brandbekämpfer wissen, was passieren

kann, wenn so ein Möbelstück Flüchten-

den den Weg versperrt, weil es im Dun-

keln übersehen wird oder – noch schlim-

mer - Feuer fängt. Die Verantwortlichen

der Feuerwehr Mülheim begrüßen deshalb

die Verschärfung der Brandschutzverord-

nung, die etwa sämtliche Kleiderhaken

und Basteleien aus Grundschulfluren ver-

bannte. Auch in SWB-Gebäuden werden

seit Oktober keine Dekorationen an den

Wänden der Gemeinschaftstreppenhäuser

mehr geduldet; lediglich bestimmte, nicht

fest installierte Gegenstände sind erlaubt.

„Wir sind für die Sicherheit unserer Mieter

verantwortlich“, betont Dennis Böttcher,

Leiter der Abteilung Vermietung. Einmal

im Jahr wird deshalb die Verkehrssicher-

heit aller Gebäude von einer Fremdfirma

kontrolliert. Immer wieder melden die

Kontrolleure Verstöße gegen geltende

Brandschutzauflagen, die auch bei Nicole

Schröder, Sachleiterin Empfang und

Kundenbetreuerin, auf dem Schreibtisch

landen. Die häufigsten, berichtet sie,

sind: Stolpergefahr durch Schuhe im Trep-

penhaus, erhöhte Brandlast durch Schuhe,

erhöhte Brandlast und Einschränkung

der Fluchtwege durch Schuhschränke,

erhöhte Brandlast durch Dekorationen an

den Wänden. Erhält die SWB solch eine

Mitteilung, müssen die Mängel behoben,

also die Stolperfallen und Hindernisse

entfernt werden.

Frei nach dem Motto „gleiches Recht

für alle“, entschied sich das SWB-Team

deshalb, einheitliche Regeln aufzustellen,

die für alle Mieter gelten. Seit Oktober

Es werden nur noch ausgewählte Gegenstände in Treppen-

häusern geduldet

Neue Hausregeln für die Sicherheit

werden ausschließlich Kinderwagen, Roll-

stühle und Rollatoren im Treppenhaus ge-

duldet, wenn keine Fluchtwege blockiert

werden. Nach Landesbauordnung müssen

Fluchtwege in Gebäuden mit bis zu zwei

Wohnungen mindestens 0,80 m breit

sein, bei Gebäuden mit mehr Wohnungen

ist mindestens 1,00 m vorgeschrieben.

Und diese Gegenstände dürfen auch

nicht dauerhaft dort abgestellt werden,

sondern nur „vorübergehend“, betont

Nicole Schröder: „Das bedeutet, dass der

Kinderwagen an Tagen, an denen er nicht

gebraucht wird, und in der Nacht in die

Wohnung zu holen oder – falls vorhanden

– in den Kellerraum zu stellen ist.“ Außer-

dem sind im Treppenhaus Fußmatten vor

der Wohnungseingangstür sowie maximal

zwei Paar Schuhe erlaubt, die aber inner-

halb der Türlaibung stehen müssen.

SWB investiert in jedem Jahr eine große

Summe in die Modernisierung ihres Be-

stands. Teil dessen ist auch die Renovie-

rung von Treppenhäusern, machen sie

doch den ersten Eindruck auf Besucher.

Dabei setzt die Wohnungsgesellschaft auf

eine ansprechende, neutrale Gestaltung.

Denn wo unterschiedliche Menschen unter

einem Dach zu Hause sind, treffen auch

unterschiedliche Geschmäcker aufein-

ander. Was der eine schön findet, gefällt

dem Nachbarn vielleicht gar nicht. Immer

wieder waren Dekorationen Streitpunkt in

Hausgemeinschaften und auch die SWB-

Mitarbeiter sehen es nicht gern, wenn

frisch renovierte Wände mit Löchern

versehen, teils durch unsachgemäße Bohr-

löcher beschädigt werden. Auch deshalb

werden Dekorationen im Treppenhaus

nicht länger geduldet. Den Verantwort-

lichen der SWB ist die Entscheidung

nicht leicht gefallen, doch sie war längst

überfällig, betont Dennis Böttcher: „Wir

appellieren an unsere Mieter, diese Regeln

einzuhalten, denn sie dienen der Sicher-

heit und Zufriedenheit aller.“

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