Previous Page  16 / 32 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 16 / 32 Next Page
Page Background

Sturm Ela

16

Nach dem Unwetter

Die Folgen von Ela werden das SWB-Team noch zwei Jahre

beschäftigen

Pfingstmontag brach Ela abends über

Mülheim hinein. Der folgende Dienstag

offenbarte bei strahlendem Sonnen-

schein das ganze Ausmaß der Schäden.

Das Unwetter, das mit Blitz, Donner,

Rekordregenmengen und Windstärken

jenseits der 120 km/h über Mülheim

hinwegfegte, hinterließ eine Spur der

Verwüstung. Prächtige Bäume, teils

jahrzehntelang gewachsen, wurden

da im Nu entwurzelt, abgeknickt oder

schwer beschädigt. Quer über Fahrbah-

nen hatten sich die vom Sturm gefäll-

ten Bäume gelegt, über Bürgersteige,

auf Autos und Dächer. Wie für alle, die

an jenem Morgen unterwegs waren,

war es auch für die SWB-Mitarbeiter

gar nicht so einfach, zur Arbeit zu kom-

men. Dabei wartete auf jene 15, die

in der Abteilung „Servicebetrieb“ der

SWB als Garten- und Landschaftsbauer

beschäftigt sind, genug Arbeit. „Am

Meisenweg“, nennt Andreas Glahn,

Abteilungsleiter des SWB-eigenen

Servicebetriebs, ein konkretes Beispiel,

„lag ein Baum genau vor dem Eingang.“

Da musste natürlich schnell gehandelt

werden. Ebenso an der Filchnerstra-

ße, wie Gärtnermeister Gerhard Bring

berichtet: „Da hatte sich eine alte

Pappel quer über ein Haus gelegt. Die

mussten wir mit einem 120-Tonnen-

und einem 180-Tonnen-Kran von der

Fassade heben. Und an der Kleiststraße

mussten wir einen Baum übers Haus

heben.“ Das sind Momente, räumt der

Abteilungsleiter ein, da „hat man ganz

schön Puls“.

Dies waren die Herausforderungen

der ersten Wochen: Schäden mussten

aufgenommen und priorisiert werden.

Falls nötig, musste schweres Gerät wie

etwa Kräne organisiert werden, hinzu

kam die Koordination mit der Feuer-

wehr, mit dem Technischen Hilfswerk,

mit der Stadt. Da wurde bis spät in den

Abend und auch am Wochenende gear-

beitet – und dann blieb immer noch die

Frage: Wohin mit dem ganzen Grün-

schnitt? „Es war zu viel auf einmal.

Man wurde das Zeug nicht mehr los“,

sagt Andreas Glahn, der auf alle Mitar-

beiter seines Servicebetriebes zurück-

griff und diese zur Unterstützung der

GaLa-Bauer rausschickte, Baumklette-

rer aus Wesel engagierte und schließ-

lich das Material in Trier entsorgte.

Inzwischen hat man bei SWB eine sehr

genaue Vorstellung davon, was Ela im

Baumbestand der Gesellschaft anrich-

tete. „Vor Ela“, sagt Gerhard Bring

- zertifizierter Baumkontrolleur -, „hat-

ten wir 5.674 Bäume.“ Davon knickten

160 direkt während des Unwetters

um oder wurden entwurzelt. Gerhard

Bring spricht da von Primärschäden.

Hinzu kommen Sekundärschäden. „Das

sind Bäume, die zwar noch stehen und

von denen unmittelbar keine Gefahr

ausgeht, die aber so stark beschädigt