Mein Zuhause 07/2018

27 „Großer Mann des deutschen Hand- werks“ Für seine besonderen Verdienste erhielt er von der Stadt Mülheim das Ehrenbürgerrecht: Max Kölges (1880–1973) war ein gelernter Friseur und Perückenmacher, der sich jahr- zehntelang um Organisation und Absicherung des Handwerks verdient machte. So war er u.a. maßgeblich an der Gründung der Mülheimer Friseurinnung, der Einrichtung einer Innungskrankenkasse und dem Bau eines Handwerker-Erholungsheims beteiligt und hatte zahlreiche politi- sche Ämter inne. Während der NS- Herrschaft wurde er diskreditiert, in seiner Berufsausübung massiv behin- dert und mehrmals kurzzeitig inhaf- tiert. Nach Kriegsende nahm er sein umfangreiches politisches Engage- ment wieder auf, war Mitbegründer der Mülheimer CDU und wurde u.a. 1948 zum Bürgermeister gewählt. Ein sportliches Sprachtalent Für die Quartiersbesichtigung haben wir uns der kompetenten Führung von Johannes Moorrees anvertraut, seit sechs Jahren als Hausmeister für diese und eine Reihe weiterer innerstädtischer Objekte im Einsatz. Nach einer nervenauf- reibenden Anfangszeit im Pkw ist er schon lange nur noch auf seinem stabilen Bäckerfahrrad inklusive Riesenkorb unterwegs. „So komme ich einfach überall durch, bin schneller und entspannter.“ Das strahlt er auch aus. Er fühlt sich mit seiner Arbeit wohl und mag es sehr, dass im Viertel so viele unterschiedliche Typen und Nationen zu Hause sind. Die Verständigung? Für Herrn Moorrees schon deshalb kein Problem, weil er sowohl Englisch als auch Spanisch spricht. Er interessiert sich für andere Kulturen, lernt gerne Menschen kennen und weiß deshalb z.B. auch über Familiensituation oder den anstehenden Arztbesuch Bescheid. Muss Herr Moorrees manchmal Mores lehren? Da lacht er und er- klärt, das sei die Ausnahme von der eher harmonischen Regel. Dann schwingt er sich wieder auf seinen Drahtesel – auf den Weg ins nächste Quartier, das sich auf seine tatkräftige Unterstützung verlässt. Unser Dankeschön hat er aber hoffentlich noch gehört! Grün & gemütlich In der City braucht man mindestens Vierfachverglasung, um den Lärm aus- zuhalten? Irrtum! Schon bei den ersten Schritten in die verkehrsberuhigte Max- Kölges-Straße stellen wir fest, dass die vorsichtshalber eingesteckten Ohren- stöpsel völlig überflüssig sind. Natürlich fahren hier Autos; von Krach kann aber (trotz Bahnhofsnähe) keine Rede sein, was uns auch die Bewohner bestätigen. Und kaum betreten wir den großen In- nenhof, sind wir raus aus der Stadt. In einer eigenen kleinen Welt mit reich- lich Grün und vielen bunten Blüten- tupfen. Unverwechselbar durch den Dreizack, den die Fassaden der Max- Kölges-Straße auf der einen Seite bil- den – im Zusammenspiel mit den ver- schachtelten Balkonen der Löhstraße. Und unwiderstehlich durch die Vielzahl an Bäumen und Sträuchern, die meh- rere kleine Rasenflächen voneinander abgrenzen. So kann man auch drau- ßen für sich sein – beim Lesen, Lernen oder Frühstücken. Plus: kleiner Spiel- platz und Tischtennisplatte. Einfach hin und weg Gute Noten verdient das Viertel schließlich auch in Sachen Verkehrs- anbindung. Wer von hier aus in die Ferne schweifen möchte, hat rundum die Wahl. Denn gleich vor der Tür kann Nachbarschaft man nicht nur in Bus und Bahn einstei- gen. Direkt gegenüber den SWB-Häu- sern in der Max-Kölges-Straße liegt die Auffahrt auf die Fahrradschnellstraße. Wie uns diverse Nutzer einschließlich Hausmeister Johannes Moorrees be- richten, gelangt man auf diesem Weg in etwa einer halben Stunde stressfrei in die Essener Innenstadt! Die Strecke wird noch weiter ausgebaut und soll insgesamt von Herne bis Duisburg-We- dau reichen. Ein Auto braucht man hier also eigentlich nicht; wer trotzdem eins hat, wird bei der Stellplatzvermietung in der zugehörigen SWB-Tiefgarage auf Wunsch bevorzugt berücksichtigt. Zentral, ruhig, preiswert So lebt man hier offensichtlich gut und gerne. Und dank des netten Empfangs durch Hausmeister Johannes Moorrees haben auch wir uns direkt wohlgefühlt und freuen uns auf ein Wiedersehen – vielleicht beim nächsten Mieterfest?

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