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Eingangs eine längere Gerade und

zum Schluss eine Schlaufe: Auf dem

Satellitenbild sieht die Elisabeth-Sel-

bert-Straße ein bisschen aus wie ein

kleines b. Mit auffällig hohem Grünan-

teil. Übersichtlich, bunt und irgendwie

kuschelig – so wirkt das SWB-Quartier

auch am Boden, wie wir bei einem

Spaziergang von Haus Nr. 2 bis Nr. 42

feststellen konnten.

Zugegeben: Die Gebäude sind nicht

mehr die Jüngsten, nur manche Fas-

saden farbig, und der architektonische

Stil ist eher schlicht. Warum also fühlt

man sich in diesemQuartier auf Anhieb

wohl? Ein Grund dafür ist sicherlich der

Naherholungsfaktor. Neben Büschen

und Bäumen finden sich zahlreiche

große Wiesen, auf denen Gänseblüm-

chen und Löwenzahn leuchtende Farb-

kleckse bilden. Plus die Mietergärten, in

denen es gerade um die Wette blüht.

Duftender Flieder, gepflegte Rasenflä-

chen, Vogelhäuser und kleine Wind-

mühlen, Rosensträucher, Salat, Toma-

ten, Liegestühle & Co.: So sieht es aus,

wenn fruchtbarer Boden auf liebevolle

Pflege trifft.

Ein guter Geist ...

... spielt für das Wohnvergnügen eben-

falls eine wichtige Rolle. Wir treffen

ihn vor Ort in Gestalt von Hausmeister

Ulrich Bruckhoff, früher beim Service-

betrieb im Innenausbau tätig und da-

her in handwerklich-praktischen Din-

gen beneidenswert versiert. Seit sechs

Jahren ist er an der Elisabeth-Selbert-

Straße im Einsatz. Seine Hauptaufga-

ben? Quer durch den Garten, sagt er.

Faktisch kümmert er sich um alles, was

die Mieter an ihn herantragen – vom

tropfenden Wasserhahn bis zur de-

fekten Heizung. Und hat für jeden ein

offenes Ohr. Weshalb er auch alle An-

wohner kennt und oft schon weiß, wo

der Schuh drückt. Ob er nicht manch-

mal lieber etwas anderes tun würde?

Die Antwort ist ein klares „Nee“. Ulrich

Bruckhoff fühlt sich in seinem Viertel

wohl und kommt jeden Morgen gerne

hierher.

Im Zentrum bunt

Und weiter geht’s. Gleich neben dem

SWB-Schaukasten mit Infos für Mieter

entdecken wir eine Litfaßsäule – heut-

zutage fast schon eine Rarität und

noch ein Beweis dafür, dass in diesem

verträumten Viertel ein wenig die Zeit

stehen geblieben ist. Geworben wird

hier übrigens gerade für Hilfe bei der

Suche nach einem vermissten Kater

(wir hoffen, dass er inzwischen wohl-

behalten wieder aufgetaucht ist). Jetzt

nur noch ein paar Schritte, dann ste-

hen wir schon mitten im Zentrum des

Quartiers. Auf dem großen Spielplatz

mit den fröhlich-bunten Geräten ist

gerade nicht viel los, sodass wir schnell

mal eine Runde rutschen ...

Altes & neues Zuhause

So bunt wie der Spielplatz ist in diesem

Viertel übrigens auch die Mietermi-

schung. Wo manche Familien bereits in

zweiter oder dritter Generation leben,

hat für eine Reihe geflüchteter Men-

schen erst kürzlich ein neues Leben

begonnen. Begleitet werden sie dabei

von SWB-Kundenbetreuer Husein Al-

hammoud. Wie er uns erzählt, sind ihre

Wohnungen inzwischen weitgehend

eingerichtet und die obligatorischen

Behördengänge erledigt. Sie wissen,

wo sie einkaufen können oder einen

Arzt finden; die Erwachsenen besuchen

Deutschkurse, ihre Kinder gehen in Kin-

dergärten oder zur Schule – kurz: „Der

Tag hat für sie wieder eine normale ge-

regelte Struktur bekommen.“ Ist seine

Arbeit vor Ort damit getan? „Sicherlich

nicht. Aber jetzt sind die Vorausset-

zungen geschaffen, um das nachbar-

schaftliche Miteinander weiterzuent-

wickeln. Und ich lade alle Mieterinnen

und Mieter herzlich ein, sich aktiv zu

beteiligen.“

Natürlich. Einfach. Schön.

Wie lebt sich’s im Quartier ... Elisabeth-Selbert-Straße?

Titelstory

Hätten Sie’s gewusst?

Namenspatronin des Quartiers

ist Dr. jur. Elisabeth Selbert (1896–

1986): Juristin, Politikerin, Streiterin

für Frauenrechte und Mitglied des

Parlamentarischen Rates. Als eine

der vier „Mütter des Grundgeset-

zes“ hatte sie wesentlichen Anteil

daran, dass die Gleichberechtigung

Eingang in unsere Verfassung fand.

Finden wir gut!