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In unserer Welt mit ihren vielfältigen

Transport- und Reisemöglichkeiten

scheinen die Entfernungen ge-

schrumpft, so schnell kommt man in-

zwischen von A nach B. „In 80 Tagen

um die Welt“: Was dem Autor Jules

Verne noch utopisch schien, ist längst

überholt. Heute könnte man die Erde

in 67 Stunden umrunden. Wir gelan-

gen zügig an nahezu jeden Urlaubsort,

genießen das ganze Jahr über Früch-

te, die auf anderen Erdteilen angebaut

werden – und können unsere Gärten

auch mit exotischen Pflanzen verschö-

nern. Die Kehrseite der Medaille: Man-

cher Grünimport kann sich zu einer

regelrechten Plage entwickeln.

Ein gnadenloser Wucherer

Unser erstes Beispiel ist bereits be-

rüchtigt für seine schlechten Eigen-

schaften. 1863 erstmals nach Europa

gebracht, begann der Japanische

Knöterich nur wenig später seinen un-

aufhaltsamen Wildwuchs. Heute ist er

an jeder Autobahn, jedem Bahndamm,

jeder Brachfläche vorhanden – in einer

Vielzahl, der man nicht mehr bei-

kommt. Denn die Wurzeln sind hart

wie Eichenholz; werden sie zerkleinert,

kann jedes Reststück von nur einem

Zentimeter Länge wieder austreiben.

Abschneiden? Hilft nicht, weil sofort

zwei neue Triebe nachwachsen. Der

Japanische Knöterich widersteht bis-

her jedem Vernichtungsmittel, ist im-

mun gegen Pilzkrankheiten und be-

deutet das Aus für jede andere Pflanze.

Inzwischen beschäftigt die Frage, wie

man seine weitere Verbreitung auf-

halten kann, ganze Forschungsein-

richtungen. Also: Nicht anpflanzen

– empfiehlt auch das Bundesamt

für Naturschutz dringend!

Der giftige Riese

In dem einen oder anderen Mieter-

garten wurde sie leider schon gesich-

tet: die Herkulesstaude, auch bekannt

unter dem Namen Riesenbärenklau.

Ursprünglich im Kaukasus beheimatet,

wird sie bis zu 2,5 m hoch; die Blatt-

form erinnert an eine Bärentatze. Die-

se Pflanze produziert besondere, sog.

phototoxische Substanzen, die es in

sich haben: Berührt man die Staude

bei Sonnenlicht, kann das schmerzhaf-

te Blasen verursachen, die nur schwer

heilen. 2008 zur Giftpflanze des Jah-

res gewählt, lässt sie keinem anderen

Gewächs eine Chance, ist selbst aber

nahezu unausrottbar. Reststücke ihrer

Wurzeln treiben wieder aus, und die

Grüne Ecke

Drei Beispiele dafür, dass Schönheit auch bei Pflanzen

trügen kann

Attraktiv –

aber mit Vorsicht zu genießen!