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Nun ein Schmuckstück im Quartier

Der Rückbau und die Modernisierung am Bottenbruch ist

beendet – und wird von allen Seiten positiv bewertet

Beim Baustart am Bottenbruch sprach

Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar

Mühlenfeld von einer „Maßnahme von

historischer Bedeutung”. Und tatsäch-

lich war es eine Premiere in der Stadt:

In enger Abstimmung mit dem Ministe-

rium für Stadtentwicklung, Wohnen und

Verkehr und der städtischen Bewilli-

gungsbehörde wagten die Verantwort-

lichen der SWB einen Teilrückbau mit

anschließender Modernisierung. So

wurde aus einem achtgeschossigen

Hochhaus ein viergeschossiges, attrak-

tives Gebäude, das den Ansprüchen an

modernes Wohnen sowie der gesell-

schaftlichen Entwicklung gerecht wird.

„Die Zusammenarbeit mit den Vertre-

tern des Ministeriums und den Mitar-

beitern der städtischen Bewilligungsbe-

hörde war ausgesprochen konstruktiv“,

freut sich SWB Prokurist Andreas

Timmerkamp. Der Blick auf die nun

abgeschlossene Baumaßnahme belegt:

Der innovative Umgang mit einer in

die Jahre gekommenen Immobilie, den

die SWB in Dümpten wagte, hat sich

bewährt.

Wuchtig — mit diesem Wort ließ sich

das achtgeschossige Hochhaus wohl am

besten beschreiben. Massiv ragte es

über die anderen Häuser im Quartier

hinaus und erinnerte an heutzutage

nicht mehr so gern gesehene Baustile.

Schaut man heute auf das Gebäude

mag man kaum glauben, was aus ihm

geworden ist. Aus acht Etagen wurden

nach aufwendigen Abbrucharbeiten

vier. Verschwunden sind die braunen,

ocker- und orangefarbenen Verbund-

platten, die die Fassade verkleideten

und den zweifelhaften Charme der

60er Jahre verbreiteten. 7,1 Mio. €

investierte SWB in den Rückbau und

die Modernisierung und letztlich in das

gesamte Quartier. Aufgrund der Förde-

rung der Maßnahme mit öffentlichen

Mitteln des Landes NRW beträgt die

Miete nach Modernisierung zunächst

nur 4,85 € pro m² Wohnfläche netto

kalt. Ein Wohnberechtigungsschein ist

Voraussetzung für den Einzug. Zugleich

profitieren die Mieter von der umfas-

senden energetischen Sanierung. Ne-

ben der Verkleidung der Laubengänge

und der Verlegung der Balkone wur-

den alle Fenster ausgetauscht sowie

Fassade und Decken gedämmt. Zudem

wurde die Heizungsanlage erneuert und

das Gebäude an das Nahwärmenetz der

medl angeschlossen.

In einladendem Gelb und Blau ist die

Front nun gestaltet und mit viel Glas

kombiniert. Durch die vorgesetzte

Glasfassade sieht man die Laubengän-

ge zu den Wohnungen und viel Grün.

Denn die Fenster haben nicht nur

gestalterische, sondern auch eine so-

ziale Funktion, wie Peter Schmalhaus,

Leiter der Abteilung Architektur- und

Ingenieurwesen, bei der Projektvor-

stellung erläuterte: „Das unverändert

90 Meter lange Gebäude wird dadurch

aufgelockert, und die Atrien dienen als

Kommunikationsräume und Treffpunkte

für die Bewohner des Gebäudes.”

Beim Spaziergang durch die Nachbar-

schaft trifft man dann auch auf viel Be-

geisterung. „Kein Vergleich zu vorher”,

sagt ein Nachbar, der gerade seine Blu-

men gießt, sei es. „Die Arbeiten waren

teilweise sehr laut, aber das Ergebnis

kann sich sehen lassen.” Der Rückbau,

findet er, wertet seine Nachbarschaft

auf. Eben das war ein wichtiges Ziel

der SWB, die mit dem Projekt die ge-

samte Umgebung in den Fokus genom-

men hat. „Unsere Gesellschaft leistet

mit dieser Maßnahme einen weiteren

Beitrag zur Fortentwicklung städtischer

Quartiere”, betont Peter Schmalhaus,

den bereits viele positive Reaktionen

erreicht haben.

Vor dem Rückbau standen am Botten-

bruch 51 und 53 eine Reihe der insge-

samt 96 Wohnungen leer. „Die verdich-

tete Wohnform der 60er Jahre ist heute

nicht mehr so aktuell”, sagt Peter

Schmalhaus. Weniger ist heute mehr —

und das zeigt auch der aktuelle Stand

der Vermietung: 48 modernisierte Woh-

nungen blieben nach der Sanierung;

alle sind sie belegt. Mit einem „gesun-

den Mix” von Ein-Raum-Appartements

sowie Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen

von rund 50 m² und etwa 70 m² kommt

man den Ansprüchen verschiedener

Generationen entgegen. Zugleich sind

die Wohnungen durch die neuen Auf-

zugsanlagen barrierefrei erreichbar und

seniorengerecht ausgestattet.

Auch die zwei Mütter, die mit ihren

Kindern auf dem gegenübergelegenen

Spielplatz die Sonne genießen, loben

die Baumaßnahme. „Das ist richtig toll

geworden”, wertet eine Frau. „Die

ersten Leute sind auch schon eingezo-

gen.”

Das nunmehr fertiggestellte Gebäude

steht für eine gelungene Investition

in die Zukunft verbunden mit einer

nachhaltig positiven Entwicklung des

Wohnquartiers Bottenbruch.

Modernisierung