SWB Mietermagazin 2|25

nachgefragt ¨¬ Stunden – sofern kein Einsatz dazwischenkommt. Die leerstehenden SWB-Häuser an der Filchnerstraße bieten dabei ein ideales Übungsgelände, um neue Techniken und Regelwerke praxisnah zu üben. An diesem Vormittag ist der Löschzug der Feuerwache 2 aus Heißen mit zehn Mann im Einsatz. Zwei Trupps werden gebildet: Der erste geht zum „Erstangriff“ über und beginnt mit der Brandbekämpfung, der zweite konzentriert sich auf die Menschenrettung. Er bricht die Wohnungstür auf und durchsucht systematisch die Räume. Um 11∶03 Uhr startet die erste Übung, um 11∶07 Uhr wird die vermisste Person gefunden – und um 11∶11 Uhr in Sicherheit gebracht. „Die ersten Minuten entscheiden über Leben und Tod“, sagt Sebus. „Denn mit jeder weiteren Minute sinkt die Überlebenschance im Brandrauch.“ Erst wenn die vermisste Person gerettet ist, wird der Befehl „Wasser marsch“ gegeben. Die Brandbekämpfung beginnt dann mit Hochdruck. „Wasser erzeugt eine Wand aus kochend heißem Wasserdampf, der sich überall absetzt. Das kann für Retter gefährlich werden, wenn sie sich noch im Gebäude befinden“, erklärt Sebus. Das Löschwasser stammt aus dem Tanklöschfahrzeug. „5.600 Liter passen rein – das reicht für die erste Brandbekämpfung und erspart uns die Suche nach einem Hydranten.“ Nach spätestens 20 Minuten müssen alle Einsatzkräfte das Gebäude verlassen – dann ist der Sauerstoff in den Atemschutzgeräten aufgebraucht. „Manchmal wird das knapp“, sagt Sebus. In dieser Übung ist der Trupp nach 13 Minuten wieder draußen. Es folgt eine kurze Nachbesprechung mit konstruktivem Feedback – dann geht es schon zur nächsten Einsatzlage. Für André Lotze ist klar: „Solche realitätsnahen Übungsmöglichkeiten sind für uns extrem wertvoll. Gerade weil unsere Standardeinsatzregeln sich an typischen Wohnsituationen orientieren – und die finden wir hier in den SWB-Beständen.“ „Wir unterstützen die Feuerwehr gern bei ihrer wichtigen Arbeit“, sagt SWB-Geschäftsführer Sven Glocker. „Wenn unsere Objekte kurz vor dem Rückbau stehen, freuen wir uns, wenn sie noch einen sinnvollen Zweck erfüllen.“ „Die ersten Minuten entscheiden über Leben und Tod.“ Wachführer Christian Sebus Nicht nur die Feuerwehr Mülheim, auch die Polizei und das THW Mülheim nutzten das leere Gebäude zur Ausbildung. Das THW simulierte ein Szenario, in dem ein Gebäude teilweise überflutet sein sollte und eine vermisste Person gesucht und verletzt über eine Leiter gerettet wurde. Durch den dichten Rauch arbeitet sich der Feuerwehrmann vom Hausflur in die Wohnung vor. Das THW übte ebenfalls in den Häusern: Hier wird eine verletzte Person über eine Leiter gerettet.

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