SWB Mietermagazin 2|25

¨© nachgefragt „Wir haben zwar ein Brandübungshaus auf dem Gelände der Feuerwehrschule in Broich, aber das kennen die Kollegen in- und auswendig“, erklärt André Lotze, Leiter der Feuerwehrschule. „Darum nutzen wir jede Möglichkeit, auf unbekanntem Terrain zu üben.“ Im Fokus stehen dabei die sogenannten Standardeinsatzregeln – genau definierte Abläufe für verschiedene Einsatzlagen wie Brandbekämpfung oder Menschenrettung. Dazu gehören auch Atemschutznotfallübungen, bei denen das Team selbst in eine Notlage gerät und gerettet werden muss. Derzeit wird in NRW ein neues Absturzsicherungssystem eingeführt, bei dem mit Seilen gearbeitet wird – das Dach der leerstehenden Häuser eignet sich ideal für solche Übungen. Ebenso wird das patientenschonende Abseilen durch enge Treppenhäuser trainiert. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen! „Im Einsatzfall muss jeder Handgriff sitzen. Jeder Feuerwehrmann weiß dann genau, welche Aufgabe er in welchem Trupp übernimmt“, erläutert Wachführer Christian Sebus. Damit diese Abläufe in Fleisch und Blut übergehen, gehört zu jeder Schicht ein Ausbildungsblock von zwei bis drei „Die ersten sechs Minuten sind entscheidend“ SWB stellte der Feuerwehr Mülheim leerstehende Häuser zu Übungszwecken zur Verfügung Im Hintergrund dröhnt der Generator, der die Nebelmaschine mit Strom versorgt. Aus dem Treppenhaus ertönen schrille Alarme der Rauchmelder. Draußen vor dem Gebäude stehen die Feuerwehrleute in voller Montur, konzentriert verfolgen sie die Einsatzbesprechung: „Vermisste Person im ersten Obergeschoss rechts, Achtung, es könnte eine Gastherme in der Wohnung sein.“ Dann läuft der Trupp zum Eingang, verlegt die Schläuche und verschwindet im Treppenhaus. Doch an diesem Tag gilt es nicht, echte Menschenleben zu retten, sondern einen Einsatz unter möglichst realistischen Bedingungen zu simulieren. Die SWB stellte dafür der Berufsfeuerwehr Mülheim im Juli leergezogene Häuser an der Filchnerstraße zur Verfügung, die bald abgerissen werden.

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