Das Neubauprojekt an der Filchnerstraße mit 126 Wohnungen nimmt richtig Fahrt auf. Die Bau- und Energiekrise hatte das große Neubauvorhaben in der Eichbaumsiedlung zunächst ausgebremst – doch seit dem Spatenstich im vergangenen Herbst herrscht auf dem Gelände reger Betrieb. Überall auf dem weitläufigen Areal entlang der Filchnerstraße ist Bewegung: Es wird ausgehoben, betoniert, montiert und in die Höhe gebaut.
Mehrfamilienhäuser in Holzbauweise
Gestartet wurde im östlichen Bereich des Geländes – direkt neben dem bestehenden Punkthochhaus. Dort entstanden zunächst zwei große Baugruben: eine für das prägnante Gebäude vor Kopf. Hier zieht künftig das DRK mit einer Senioren-Tagespflege ein. Eine ursprünglich geplante ambulante Wohngruppe wird dort nun nicht realisiert – stattdessen wird der Platz für reguläre Wohnungen genutzt. Neben diesem Haus entsteht ein Gebäuderiegel, der parallel zum A40-Zubringer verläuft. Die Häuser auf dieser Seite des Baufeldes werden in klassischer Massivbauweise errichtet – Stein auf Stein. Man konnte in den vergangenen Monaten beim Wachsen zuschauen: Zunächst wurden die Kellergeschosse gebaut, dann die Kellerdecke betoniert, bevor die Geschosse in die Höhe wuchsen.
Weiter hinten geht es ebenfalls voran. Dort, wo sich künftig drei weitere größere Wohngebäude aneinanderreihen, sind die Baugruben ausgehoben, und auch die zweite Tiefgarage nimmt Gestalt an. Gleichzeitig ging es Ende des Jahres auch an der Straßenseite los. Hier entstehen insgesamt fünf kleinere, freistehende Mehrfamilienhäuser. In das vordere zieht das MVZ mit einer Hausarztpraxis ein, im Erdgeschoss wird ein Quartierspunkt eingerichtet. Das Besondere: Diese Gebäude werden bis auf das Fundament und die Treppenhaustürme in moderner Holzbauweise errichtet. Die Treppenhaustürme mit integriertem Aufzugs-schacht, bestehend aus einem stabilen Betonkern, wachsen bei den ersten drei Häusern aktuell Geschoss für Geschoss in die Höhe. Währenddessen werden die Holzbauelemente in einer spezialisierten Werkstatt in Ahaus vorgefertigt – was auf der Baustelle zunächst wenig sichtbar ist, später aber einen schnellen Baufortschritt ermöglicht, wenn die Fertigteile montiert werden. Das soll ab September erfolgen.
Fernwärmeleitungen werden gelegt
Die Arbeiten an den letzten beiden Holzgebäuden entlang der Straße haben inzwischen ebenfalls begonnen. Die Baugruben sind ausgehoben, die Kellerarbeiten laufen. Insgesamt schreitet das Projekt zügig voran – die Mischung aus traditioneller und innovativer Bauweise macht es möglich. „Wir liegen voll im Fahrplan, auch dank des guten Wetters im Frühjahr“, freut sich Projektleiter Carsten Butterweck, Architekt bei der SWB, über die guten Baufortschritte. Inzwischen wurde auch begonnen, Fernwärme in die Gebäude zu legen. Der Fernwärmeanschluss wird über den Garagenhof des Punkthochhauses verlegt und dann ins Haus daneben geführt. Die Leitung verläuft von dort komplett durch die Keller der anliegenden Gebäude, dann über die Tiefgarage in die vorderen Häuser, so dass keine Leitungsgräben auf dem Grundstück selbst angelegt werden müssen.
„Im Winter hoffen wir, den Rohbau der Häuser in Massivbauweise fertig zu haben inklusive Fenstereinbau, dann geht es an den Innenausbau“, erklärt Carsten Butterweck. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes mit den fünf Massivbau-Häusern, den fünf Holzhäusern und den zwei Tiefgaragen ist für Herbst 2027 geplant. Hier entstehen insgesamt 126 Wohnungen, darunter auch öffentlich geförderte für Menschen mit niedrigerem Einkommen. Die Bauarbeiten liegen gut im Zeitplan.