Wohnungswirtschaft engagiert sich
Dass Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schicken, weil sie behindert sind, das mag bei uns vielleicht undenkbar sein. Nicht aber in Indien, wo es Realität ist. Eltern sehen ihre behinderten Kinder als Folge eigener Verfehlungen – sie fühlen sich wie mit einem Fluch belegt. Hier hilft die DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V., die durch Mitgliedschaft und Spenden aus der Wohnungswirtschaft – auch von swb – unterstützt wird. Aufgabe der DESWOS ist es, Wohnungsnot und Armut in Entwicklungsländern zu überwinden und in enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln.
Die DESWOS finanziert im indischen Ort Arumbuhalnagar in Tamil Nadu den Ausbau einer integrativen Schule, in der nach Bauabschluss 820 behinderte und nichtbehinderte Kinder aus dem Ort und den entlegenen Dörfern unterrichtet werden. Besonderes Merkmal ist die gezielte Förderung von Kindern aus armen Familien. Die indische Partnerorganisation der DESWOS, SEVAI, stellt einen Transportbus und Rollstühle zur Verfügung.
Weil die bestehenden Gebäude viel zu klein sind, müssen sie dringend um weitere Klassenräume ergänzt werden. Daher wird ein 225 m² großes Schulgebäude errichtet und im Erdgeschoss barrierefrei gestaltet. Geplant ist der Bau in Betonskelettbauweise, um den Schulkomplex erdbebenresistent zu machen. Auch Wirbelsturm- und Überflutungssicherheit müssen beachtet, energiearme Baustoffe verwendet und gute mikroklimatische Bedingungen geschaffen werden.
Schüler und Lehrer der integrativen Schule wissen längst, dass es für Behinderte eine ernorme Leistung ist, Vorurteile zu durchbrechen. „Wir arbeiten in einer rückständigen Region und Vorurteile halten sich hartnäckig“, so Projektleiter Govindaraju. „Das Schwerste ist, Barrierefreiheit in den Köpfen zu schaffen.“ Mit der Friedensschule liefern sie den Beweis, dass eine Veränderung möglich ist. Die nächste Generation wird anders über Behinderung denken.

